Achill Island
Achill Island ist mit etwa 130
km² die größte Insel vor der
Westküste Irlands. Die Insel ist
19 km breit und 22 km lang, die
Küstenlinie umfasst etwa 129 km.
Da die Insel so dicht vor der
Küste liegt, dass sie bereits im
Jahre 1888 durch eine in der
Nähe des Städtchens Achill Sound
errichtete Drehbrücke mit dem
Festland bzw. der Halbinsel
Corraun verbunden wurde, konnte
man bis in die 1940er Jahren
hinein sogar mit der Eisenbahn
auf die Insel fahren.
Achill Island ist eine der
wenigen bewohnbaren und daher
immer noch bewohnten Inseln vor
der Küste Irlands. Viele andere
Inseln wurden zwischenzeitlich
verlassen, da das dauerhafte
Überleben auf den Inseln nicht
sichergestellt werden konnte.
Der Tourismus könnte hier aber
zu einer Trendwende führen,
sodass ehemals verlassene Inseln
aus ihrem Dornröschenschlaf
gerissen werden. Achill Island
hat das aber nicht nötig. Es gab
hier keine Unterbrechungen bei
der Besiedlung im Gegensatz zu
Achill Beg, einer kleinen Insel
vor Achill Island, auf der heute
nur noch vereinzelt Menschen
leben.
Achill Island zeigt die ganze
Schönheit Irlands und das „Ende
der Welt“
Die rund 6000 Inselbewohner
verdienten sich aufgrund der
eher unfruchtbaren
Beschaffenheit der Insel in
früheren Zeiten etwas Geld durch
die Suche nach Amethysten.
Heutzutage sind die Schafzucht
und der Fischfang wesentlich
wichtiger. Fischfang lohnt sich
aber nur im großen Stil so
richtig, das kann man auf Achill
Island aber nicht bieten. Die
wichtigste Einnahmequelle ist
also seit den 1960er Jahren der
Tourismus. Die Insel verfügt
über beeindruckende Berge und
Klippen, aber auch über
wunderschöne Strände. Hochmoore
sind in großer Zahl vorhanden.
Dem Besucher bietet sich also
auf 130 km² ein Querschnitt
durch die reizvolle Landschaft
Irlands, aber die Insel hat noch
mehr zu bieten.
Im Westen der Insel locken die
wunderbar hohen Cathedral Rock
Cliffs. In deren Nähe befinden
sich viele reizvolle Strände.
Abseits der Küste dominieren
mehrere bis zu knapp 700 m hohe
Berge das Bild. Dazwischen
liegen Moore und
Heidelandschaften. Wanderfreunde
werden sich hier ausgesprochen
wohlfühlen. Allgemein gesehen
ist Achill Islands eine sehr
aktive Insel. Neben dem
Golfsport, dem Bergsteigen, dem
Angelsport und sonstigen
Wassersportarten inklusive
Surfen kann auch das
Drachenfliegen ausprobiert
werden. Zusätzlich zu
sportlichen Vergnügen aller Art
erreicht man auf Achill Island
auch das „Ende der Welt“. Dieses
liegt nur ein paar Kilometer von
Dooagh entfernt. Hinter diesem
Namen verbirgt sich die von
beeindruckenden Klippen umrahmte
Keem Bay. Die Klippen stürzen
bis zu 600 m tief ins Meer ab.
Bei der Besteigung der Klippen
ist Vorsicht geboten. Zwar sind
viele Wege mittlerweile
ausgewiesen und zum Teil auch
befestigt, doch schwindelfrei
und gut ausgestattet zu sein,
das sind unabdingbare
Voraussetzungen.
Berühmte Gäste auf Achill
Island
Heinrich Böll hatte bis in die
1960er Jahre hinein ein Haus in
Doogort. Diese Residenz liegt
eher versteckt, sodass sich
nicht allzu viele Besucher
dorthin verirren. Sie wurde
mittlerweile renoviert und ist
für die Öffentlichkeit absolut
nicht zugänglich, um den dort
als Stipendiaten lebenden und
arbeitenden Dichtern und
Künstlern eine ruhige und
beschauliche Arbeitsatmosphäre
zu erhalten. Damit erfüllt man
den letzten Willen Heinrich
Bölls, den dieser in seinem
Testament verankert hat. Das
„Irische Tagebuch“ des
Schriftstellers entstand auf
Achill Island.
Literatur-Liebhaber finden
einige Stellen, an denen
Sehenswertes der Insel erwähnt
wird. Die Bewohner der Insel
haben den
Literaturnobelpreisträger in
guter Erinnerung behalten. Sein
Name ist auf der Insel noch oft
zu hören und zu lesen. Diese
Verehrung für den Schriftsteller
überrascht nicht, wenn man
bedenkt, welchen Gefallen er
damit den
Öffentlichkeitsarbeitern der
Insel getan hat: Achill Island
wurde dank Heinrich Böll bei
Literaturfreunden zu einem einer
Pilgerstätte vergleichbaren Ort.
Auch ein Verein, der sich aus
deutschen Freunden von Heinrich
Böll zusammensetzt, ist vor Ort
aktiv. Das Ziel ist unter
anderem, den kulturellen
Austausch zwischen Irland und
Deutschland zu fördern und zu
erhalten.
Berühmte und natürlich auch eher
unbekannte Gäste der Insel
finden in Keel, Dooagh und
Doogort zahlreiche Unterkünfte.
Das Slievemore Hotel in Doogort
zeigt sich besonders eng mit der
Geschichte der Insel verbunden,
nicht nur historisch
Interessierte werden sich dort
wohlfühlen.
Der Atlantic Drive auf Achill
Island
Der Atlantic Drive ist eine der
sehenswertesten Routen rund um
die Insel. Vom Startpunkt Achill
Sound aus führt die Route an den
schönsten Hauptorten der Insel
vorbei. Dank der guten
Ausschilderung findet man sich
schnell zurecht, obwohl der
Atlantic Drive einige Umwege
vorsieht. Die Landschaft ist
reizvoll genug, um dem Besucher
nicht langweilig zu werden,
sodass die zusätzliche Fahrzeit
schnell vorbei geht.
Keel ist das Wassersportzentrum
der Insel, vor allem Surfer
werden davon angezogen. Trawmore,
der wunderbare lang gestreckte
Sandstrand in der Nähe des
Wassersportzentrums, ist
aufgrund seiner Schönheit ein
echter Touristenmagnet. Kleinere
Strände finden sich über die
ganze Insel verteilt. Der Keem
Strand bietet als zusätzliches
Highlight den Berg Croaghaun,
der sich dahinter erhebt. Mit
seinen nur 665 m verdient er die
Bezeichnung Berg eigentlich
nicht, doch wenn man sieht, wie
tief die Klippen auf der
nördlichen Seite ins Meer
abfallen, bekommt man durchaus
Respekt. Mit 671 m Höhe ist der
Slievemore nur unwesentlich
höher, doch das ist der
bekannteste Berg der Insel.
Slievemore Deserted Village
Zu Füßen des Berges Slievemore
liegt nicht nur Heinrich Bölls
Lieblingsort Doogort, sondern
vom Berg aus etwa eine Stunde
entfernt auch das unheimliche
Deserted Village. Die 70
parallel zueinander stehenden
Hütten in diesem verlassenen
Dorf sind mittlerweile fast
vollständig verfallen. Die
Giebel zeigen jeweils nach
Süden, die Türen der Hütten nach
Osten und die Fenster in die
nordöstliche Richtung.
Entstanden sind sie wohl
zwischen 500 und 1200 n.Chr.
Ein paar Reste der ehemaligen
Kartoffeläcker sind noch
sichtbar. Die Bewohner dieses
Dorfes verließen die Insel zu
Zeiten der Großen Hungersnot.
Seither erinnert das Deserted
Village an dieses finstere
Kapitel der irischen Geschichte.
Hier und auch in anderen
Dörfchen auf der Insel sind
immer noch archäologische
Untersuchungen im Gange. Die
Achill Field School veranstaltet
pro Jahr zweimal einen Tag der
offenen Tür, bei denen man sich
selbst ein Bild über den Stand
der Forschung machen kann.
Informationen bekommt der
interessierte Besucher natürlich
das ganze Jahr hindurch.
Von den Achill Islands aus
geht’s weiter
Wer die Insel über die
Drehbrücke bei Achill Sound
wieder verlässt und der R 319
bis nach Newport folgt, kann
dort auf die Route N 59
wechseln. Diese führt an der
Küstenstrecke der Clew Bay
entlang nach Westport.
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