Cobh
Cobh ist ein Hafenort in der
Nähe von Cork mit etwa 7.000
Einwohnern. Der Name Cobh wird
wie Kav ausgesprochen. Die Stadt
schmiegt sich an die nach Süden
gerichteten Hügel. Weiter oben
steht die Kathedrale. Die
Promenade ist vor allem im
Sommer sehr gut besucht. In Cobh
legen viele Kreuzfahrtsschiffe
an. Die Passagiere unternehmen
Tagesausflüge in der näheren
Umgebung, genießen die schöne
Landschaft und kurbeln
gleichzeitig die regionale
Wirtschaft an. Für die
Besichtigung von Cobh sollte man
einen ganzen Tag einplanen.
Die Entwicklung von Cobh
Bis 1849 hieß der Ort Cove
(Bucht), da er eben in der Bucht
von Cork liegt. Zu Ehren von
Queen Victoria, die 1849 in Cove
zum ersten Mal irischen Boden
betrat, änderte man den Namen in
Queenstown. 1921 wechselte der
Name nach der irischen
Unabhängigkeitserklärung erneut,
diesmal in Cobh.
Die Stadt war bis zur Mitte des
18. Jahrhunderts ein kleines,
eher verschlafenes Fischerdorf.
Die Engländer begannen
schließlich, die Vorteile dieses
Naturhafens für sich zu nutzen.
Von Cork bzw. Cobh aus starteten
viele Iren ihre Auswanderung in
die USA. Man schätzt, dass
während der großen Hungersnot
etwa drei Millionen Menschen
über diesen Hafen in Richtung
USA aufbrachen. Die Reise und
die nachfolgende Quarantäne
überlebte ein hoher Prozentsatz
der Auswanderer nicht.
Von Cobh aus wurden auch
englische Strafgefangene nach
Australien verschifft.
Wer sich für die regionale
Geschichte der Seefahrt
interessiert, kann The
Queenstown Story im
viktorianischen Bahnhof in Cobh
besuchen. Details zur Titanic
und zur Lusitania gibt es dort
ebenso wie Informationen zur
Atlantiküberfahrt der
Auswanderer vergangener
Jahrhunderte. Statuen von Annie
Moore und ihren Brüdern, die
sehnsüchtig über den Atlantik
blicken, stehen vor dem Museum.
Annie Moore war die erste Irin,
die durch die
berühmt-berüchtigte
„Einwandererschleuse“ auf Ellis
Island New York betrat.
Cobh ging in die Geschichte
der Seefahrt ein
1838 startete die Sirius als
erstes Schiff mit Dampfantrieb
von Cobh aus ihre Fahrt über den
Atlantik.
Die Titanic ist spätestens seit
dem gleichnamigen Film
weltbekannt. Bei Roche’s Point
vor Cobh legte im Jahre 1912 das
Schiff, das als unsinkbar galt –
dieser Mythos kostete unzähligen
Menschen ihr Leben – das letzte
Mal in einem Hafen an. Der Rest
ist Geschichte, wie man so schön
sagt.
1915 versenkte ein deutsches
U-Boot ein paar Meilen vor Cork
das US-amerikanische
Passagierschiff Lusitania. Sie
war einer der schnellsten
Transatlantik-Liner ihrer Zeit
und bot noch dazu eine Menge
Luxus. An Bord waren nicht nur
knapp 1.300 Passagiere und 700
Crewmitglieder, sondern auch
mehr als zehn Tonnen Munition,
die dazu gedacht war, den
Engländern im Krieg gegen die
Deutschen zu nützen. Die
Torpedos trafen das Schiff so
unglücklich, dass die
Stromversorgung ausfiel und die
Schotten daher nicht mehr
geschlossen werden konnten. Die
Lusitania versank binnen 18
Minuten. Die ersten
Rettungsboote trafen erst
Stunden später ein. Die
Überlebenden wurden zusammen mit
den Toten nach Cobh gebracht und
dort versorgt bzw. in
Massengräbern bestattet. Da sich
unter den Toten auch über 100
Amerikaner befanden, erklärten
die USA in der Folge Deutschland
den Krieg.
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