Cork
Cork liegt im Süden Irlands.
Der Name stammt von Corcaigh ab,
das heißt so viel wie sumpfiges
Land oder Marsch. Da die Stadt
eng mit dem Wasser verbunden
ist, ist dieser Name
naheliegend. Cork ist eine Stadt
der Brücken, es gibt insgesamt
25 davon. Viele der heutigen
Straßen waren in früheren Zeiten
Wasserwege.
Cork – eine Stadt voller
Überraschungen
In Cork ticken die Uhren etwas
anders. Die Einwohner sind
bekannt für ihren eigentümlichen
Dialekt, den man erst nach einer
Gewöhnungsphase so richtig
versteht. Seit 1921, als die
Stadt Schauplatz des
Unabhängigkeitskampfes war,
trägt Cork den Beinamen „Rebell
City“. Die Briten brannten
damals das Zentrum nieder als
Vergeltung für einen Anschlag.
Und auch nur hier in der Region
pflegt man das
Bullet Spielen.
Generell ist die zweitgrößte
Stadt Irlands natürlich immer
einen Besuch wert. Bekannt ist
die Stadt mit den 140.000
Einwohnern nicht nur als
bedeutendes wirtschaftliches
Zentrum und Industriezentrum der
Region, sondern auch als
Universitätsstadt mit leicht
südländischem Flair. Cork war
2005 sogar Kulturhauptstadt
Europas. Das mag auf den ersten
Blick vielleicht erstaunlich
sein, denn Cork hat keinen
Stadtkern aus vergangenen Zeiten
zu bieten. Historische
Denkmäler, Bauten oder Ruinen
sind daher Mangelware. Was
kulturelle Angebote angeht, ist
Cork aber wirklich herausragend.
Die Stadt liegt am Ufer des
River Lee, dort wo sich die
Trichtermündung des Flusses zum
Cork Harbour verbreitert. Der
Hafen ist einer der größten
Naturhäfen Europas. Ringaskiddy
und Little Island, die an Cork
angeschlossenen
Industriestandorte, haben
jeweils einen eigenen Hafen. In
diesem Industriegebiet befindet
sich die Irish Steel Company,
das größte Stahlwerk des Landes,
und auch Chemie- und
Pharmaindustrie von
internationalem Rang. Ganz in
der Nähe liegt auch die
Hafenstadt Cobh, von der aus die
Titanic ihre letzte Reise
startete.
Besichtigung und
Sehenswürdigkeiten
Mit einem Spaziergang von etwa
zwei Stunden kann man die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten
der Stadt Cork abdecken. Wenn
man sich irgendwo genauer
umsehen möchte, dauert der
Spaziergang natürlich etwas
länger. Der River Lee fließt als
North Channel und South Channel
rund um die Insel, auf der das
Zentrum liegt. Die Innenstadt
von Cork ist überraschend klein
und leicht zu überblicken. Die
Sehenswürdigkeiten liegen dicht
zusammen auf einem Gebiet, das
sich etwa zwei Kilometer von
Osten nach Westen und ca.
eineinhalb Kilometer von Norden
nach Süden erstreckt. Die
Musikszene und die Pubs von Cork
sind sehr bemerkenswert. Es
lohnt sich, nach dem Spaziergang
noch Zeit dafür einzuplanen.
Jede Besichtigung der Stadt
sollte sinnvollerweise an der
Tourist Office an der Grand
Parade starten. Dort erhält man
einen Stadtplan, sofern im
mitgeführten Reiseführer keiner
enthalten sein sollte, sowie
viele weitere nützliche und
interessante Informationen.
Ganz in der Nähe steht ein
Denkmal aus dem Jahre 1906, das
an die Aufstände des 19.
Jahrhunderts erinnert. Von dort
aus spaziert man über den
Sullivan’s Quay. Danach biegt
man wieder in die Grand Parade
mit der Tourist Office ein. Die
Grand Parade war übrigens früher
ein Kanal. Von hier aus geht es
links zum Bishop Lucey Park, wo
man zwischendurch herrlich
entspannen kann. Reste der alten
Stadtmauer sind dort ebenfalls
noch zu sehen. Wer sich zur
rechten Seite wendet, kommt zum
English Market.
Die St. Patrick Street, die ganz
in der Nähe liegt, ist sozusagen
eins von Corks Einkaufszentren
neben der South Mall und der
Grand Parade. Wer gerne
einkauft, wird sich darüber
freuen, dass hier ein großes
Kaufhaus neben dem anderen
liegt.
In der Nähe des Flusses steht
ein Denkmal für Father Matthew.
Dieser war ein bekannter
Abstinenzler. Über den Lavitt’s
Quay erreicht man schließlich
Emmet Place. Dort steht auch die
Crawford Municipal Art Gallery,
die zeitgenössische Kunst und
Bildhauerei zeigt. Die Galerie
genießt nicht nur in Cork,
sondern auch überregional einen
sehr guten Ruf, denn hier sind
auch wichtige irische Künstler
vertreten. Unter anderem kann
man Werke von Jack B. Yeats,
Edith Somerville, Sean Keating,
Harry Clarke und William Gerard
Barry ansehen. Außerdem kann man
im Café der Galerie ein ganz
ausgezeichnetes Frühstück
genießen.
Der Spaziergang führt am Neubau
des Opernhauses aus dem Jahre
1965 vorbei zur viel gelobten
Crawford Gallery. Von dort aus
geht es weiter zum ehemaligen
Custom House aus dem Jahre 1724.
Wer sich die Kirchen der Stadt
Cork ansehen möchte, muss das
Stadtzentrum verlassen, denn
diese liegen etwas außerhalb.
Die im neogotischen Stil erbaute
St. Fin Barre’s Cathedral aus
dem Jahr 1870 ist etwas abseits
gelegen, aber die Shandon Church
kann man bequem und schnell zu
Fuß erreichen, wenn man nach dem
Spaziergang zur Erkundung der
Innenstadt einen kleinen Umweg
macht. Vom Opernhaus aus
überquert man die Brücke und
folgt der Upper John Street bis
zur Shandon Church oder St.
Anne’s, wie die Kirche auch
genannt wird. Die Kirche bzw.
ihr „Pepperpot-Tower“ ist das
Wahrzeichen Corks. Das
Glockenspiel dieser Kirche mit
den acht Tönen ist sehr bekannt.
Fans von Kunsthandwerk sollten
die ehemalige Butterbörse aus
dem Jahr 1769, die ganz in der
Nähe liegt, besuchen. Der Export
von Butter trug ganz erheblich
zum Reichtum der Stadt bei.
Die St. Peter’s Church aus dem
Jahre 1788 in der North Main
Street beherbergt eine
stadtgeschichtliche Ausstellung,
Cork Vision Centre genannt. Dort
kann man sich verschiedene
Videos ansehen und eine Miniatur
der Stadt Cork im Maßstab 1:1500
bewundern.
Ein Museum der ganz anderen Art
ist das Cork City Goal am
Sunday’s Well, etwas außerhalb
des Zentrums liegend. Dort kann
man sich ein realistisches und
sehr eindrucksvolles Bild vom
Alltag in einem irischen
Gefängnis des 19. Jahrhunderts
verschaffen.
Von Cork aus geht’s weiter
Bus Éireann sorgt für
regelmäßige Verbindungen in alle
Landesteile. Der Busbahnhof ist
am Parnell Place.
Reiseinformationen bekommt man
dort ebenfalls. Mit dem Bus
erreicht man auch bequem den
Fährhafen in Ringaskiddy, 16
Kilometer südöstlich von Cork.
Von Ostern bis Oktober werden
jeden Tag Hafenrundfahrten
veranstaltet. Wer mag, kann auch
eine Schiffsfahrt nach Cobh
unternehmen. Dort hat der
Passagier dann einige Stunden
Aufenthalt, bevor die Rückfahrt
ansteht.
Das wunderschöne Bantry House,
eines der sehenswertesten
Herrenhäuser in ganz Irland, in
Bantry ist ein absolutes Muss
für historisch Interessierte.
Der Ort selbst hat nur knapp
3.000 Einwohner. Sehenswert ist
aber auch das French Armada
Centre, das über die aufgrund
des schlechten Wetters
gescheiterte Invasion der
Franzosen im 1796 informiert.
In der Nähe von Cork liegt auch
Bèalnàblath, ein winziger Ort,
der über eine Gedenkstätte des
Nationalhelden Michael Collins
verfügt. Die Gedenkstätte wurde
am Ort seines Todes errichtet.
Von Cork aus erreicht man auch
Kinsale recht gut. Das ist ein
malerisches Hafenstädtchen an
der Südküste, auch Côte d’Azur
Irlands genannt. Die Pubs und
Restaurants sind berühmt und
stark frequentiert. Vor allem
bei Seglern ist Kinsale beliebt.
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