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Derry


Derry - City Walls


Derry ist nach Belfast die zweitgrößte Stadt im Norden Irlands. Den von den Engländern erfundenen Namen Londonderry hat man längst wieder abgelegt. Die Stadt liegt am Südende des Lough Foyle. Dort wird aus dem Fluss mit dem gleichen Namen ein breiter Mündungstrichter, der schließlich in den Meeresfjord fließt.

Die Stadt wird oft in Liedern thematisiert. In früheren Zeiten waren diese meist traurig. Der momentanen Atmosphäre würde ein fröhliches Trinklied am ehesten entsprechen. Die Geschichte wird von den Einwohnern weder verdrängt noch verherrlicht. Die Lebhaftigkeit und den Optimismus der Bewohner spürt man überall.

Derry - Die Stadt der Troubles

Derry ist traurigerweise weltweit hauptsächlich als Stadt der Troubles bekannt. Ein Wandel in der Wahrnehmung setzt hier nur langsam ein. 1968 wurde in Derry ein friedlicher Protestmarsch, bei dem Katholiken und Protestanten gemeinsam für gleiche Rechte demonstrierten, durch Polizei und Spezialeinheiten gewaltsam niedergeschlagen. Daraufhin formierte sich die katholische Irish Republican Army, kurz IRA genannt, nach jahrelanger Untätigkeit neu. 1969 kam es zu weiteren blutigen Auseinandersetzungen. Es mussten sogar Feldlazarette zur Versorgung der Verwundeten aufgestellt werden. Schließlich griff die englische Armee ein. Die Auseinandersetzungen gingen weiter und gipfelten 1972 schließlich in einem blutigen Massaker, das als Bloody Sunday in die Geschichte einging. Britische Soldaten erschossen 13 Menschen, die an einer friedlichen Demonstration teilgenommen hatten. Ein Schwerverletzer starb kurz danach. Die Behauptung, dass die Demonstranten das Feuer eröffnet hätten, erwies sich im Nachhinein sehr schnell als erfunden. Bis heute ist dieser Vorfall von der englischen Regierung nicht umfassend untersucht worden. Eine Entschuldigung blieb ebenfalls aus. Nach dem Bloody Sunday verwandelte sich Nordirland in ein Schlachtfeld. Die Angst vor Bombenanschlägen war fast übermächtig. Die Auseinandersetzungen gingen bis 1999 weiter. Erst als die direkte Herrschaft der Engländer im Norden Irlands beendet wird, kehrt Ruhe ein. Die IRA sagt sich im Jahr 2005 von der Anwendung von Gewalt los.

Derry hat viel zu bieten

Die Zeiten, in denen das Stadtbild von Polizeistreifen und Polizeistationen, Stahltoren sowie Stacheldraht geprägt war, sind vorbei. Die Bemühungen der Stadtverwaltung, die Stadt für Einwohner und Touristen wieder attraktiver zu gestalten waren erfolgreich. Derry ist heutzutage durchaus einen Besuch wert.

Besonders sehenswert ist die Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, die das Stadtzentrum umschließt. Diese Stadtbefestigung hat die Troubles unbeschadet überstanden und ist europaweit einzigartig. Vier Stadttore führen damals wie heute in das Zentrum der Stadt. Die Mauer ist 8 m hoch, 9 m breit und 1,6 Kilometer lang. Ein Spaziergang auf den Befestigungswällen erlaubt dem interessierten Besucher einen großartigen Blick auf die Stadt. Das war bis 1995 aufgrund der Troubles nur eingeschränkt möglich. Im Gegensatz zur Mauer wurde die Altstadt bei den Troubles schwer getroffen. Aber davon ist mittlerweile kaum noch etwas zu sehen. Die Wiederaufbauten sind als sehr gelungen anzusehen.

In Derry wird Kultur großgeschrieben. Theater- und Opernaufführungen, Konzerte, Tanzvorführungen und Kunstausstellungen gibt es unter anderem im Millennium Forum in der Newmarket Street und im Playhouse in der Artillery Street. Fans von Kunsthandwerk sollten dem Craft Village einen Besuch abstatten. Im Sommer ist das Ambiente dort fast mediterran und das ganze Jahr über sehr angenehm.

The Fountain ist eine protestantische Enklave und Bogside ist katholisch. Die beiden Viertel verbinden aber die Malereien an den Mauern, die an alte Glaubensauseinandersetzungen und an die Troubles erinnern.

Derry - Sehenswürdigkeiten und Besichtigung

Von Juli bis September werden mehrmals täglich historische Stadtrundgänge veranstaltet. Ansprechpartner ist hier das Tourist Office in der Foyle Street. Wer mag, kann auch Bootstouren zu verschiedenen Zielen unternehmen. Startpunkt der Touren mit Foyles Cruises ist das Harbour Museum, das auch über die maritime Geschichte der Stadt informiert.
Wer lieber auf eigene Faust loszieht, kann die Innenstadt bequem an einem Tag zu Fuß erkunden.
The Diamond ist der zentrale Platz der Stadt. Es bietet sich an, den Rundgang dort zu beginnen. Zunächst bewegt man sich nach Südwesten. Dort steht die Doppelte Bastion, mit einer Kanone aus dem 17. Jahrhundert. Auch das Bishop's Gate aus dem 18. Jahrhundert befindet sich in dieser Gegend. Vom Gate aus hat man einen hervorragenden Blick auf das Gefängnis. Dieses ist eigentlich nicht besonders sehenswert, aber die Liste der Insassen liest sich wie ein Who’s Who der nordirischen Prominenz. Ganz in der Nähe ist die Long Tower Church. Der namensgebende Turm von Derrys erster katholischer Kirche aus dem 18. Jahrhundert steht schon lange nicht mehr.

Nicht weit davon entfernt befindet die spätgotische St. Columb’s Cathedral. Historisch Interessierte können hier eine Vielzahl von sehenswerten Exponaten zur mittelalterlichen Geschichte der Stadt bestaunen. Die St. Columba’s Church ist gleich in der Nähe. Sie beeindruckt mit einer unglaublichen Anzahl an brennenden Kerzen in ihrem Inneren und dem fast schon verschwenderischen Einsatz von Marmor aus Connemara.

Westlich davon liegt außerhalb der Stadtmauern die St. Eugene’s Roman Catholic Cathedral. Nicht weit davon entfernt steht am Joseph’s Place ein Denkmal für die Toten des Bloody Sunday. Wer sich für die Kelten interessiert, sollte das nahegelegene Calgach Centre besuchen, das im Zuge der Stadtverschönerungsmaßnahmen errichtet wurde.

Das Tower Museum am Union Hall Place erzählt mittels modernster Technik die Geschichte der Stadt Derry. Für die exzellente Arbeit und die interessante Darstellung wurde das Museum vielfach ausgezeichnet. Ein Besuch lohnt sich also wirklich. Sehenswert ist auch die Guildhall im neogotischen Stil aus dem 19. Jahrhundert. Das ehemalige Rathaus steht außerhalb der Stadtmauern. Die Buntglasfenster sorgen für ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Licht und Farbe.

Das Foyle Valley Railway Centre informiert über die Geschichte der Eisenbahn in Derry. Dort kann man auch mit einer historischen Dampflok ein Stückchen das Foyle Tal entlang fahren. Die Fahrt dauert etwa 25 Minuten. Das Workhouse Museum and Library zeigt eindrucksvoll das Leben, das die Besitzlosen in vergangenen Jahrhunderten führen mussten.

Von Derry aus geht’s weiter

Die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes Bus- und Bahnnetz, sodass der Besucher von Derry aus bequem weiter reisen kann.

Von den vielen möglichen Zielen in der Umgebung ist eines ganz besonders empfehlenswert. Die wunderschöne Landschaft an der Antrim Coast an der Atlantikküste im Osten von Derry ist nicht nur wegen des Dunluce Castle ein Muss. Dieses Schloss wird auf drei Seiten von Wasser umgeben. Seit allerdings im 17. Jahrhundert ein Teil des Schlosses ins Meer stürzte, hat dort niemand mehr gewohnt. Die Ruine erfreut sich großer Beliebtheit bei den Touristen, genauso wie die nahegelegenen Giants Causeway. Mit seinen 37.000 Basaltsäulen ist der Damm der Riesen eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Irlands.


 
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