Dingle Peninsula
Die Dingle Peninsula ist der
nördlichste der insgesamt fünf
optisch an „Finger“ erinnernden
Flecken Land, die sich von Kerry
in Richtung Westen und ins Meer
ausstrecken. Die traumhaften
Buchten, eindrucksvollen
Bergrücken und Klippen, das
allgegenwärtige Grün in
unzähligen Farbabstufungen, die
Nebelschwaden, die das Gebiet
manchmal ungeheuer romantisch
verhüllen – das alles hat schon
öfter Filmteams angelockt. Die
Halbinsel gehört zur
Gaeltacht-Gegend und bietet auch
Ruinen keltischen und
frühchristlichen Ursprungs. Die
farbenprächtigen Fuchsienhecken
sind allgegenwärtig.
Das Fischerdörfchen Dingle –
da tut sich ordentlich was
Dingle war lange Zeit ein sehr
verschlafenes Nest. Knapp über
1000 Einwohner und so gut wie
keine Attraktionen. Der Film „Ryan’s
Daughter“ von David Lean wurde
hier gedreht und gibt einen
großartigen Eindruck der
Landschaft wieder. In den
1970ern fanden Touristen
hauptsächlich Pubs vor.
Angeblich sollen es damals mehr
als 50 gewesen sein, was für die
doch überschaubare Anzahl an
Einwohnern sehr beachtlich ist.
Restaurants waren hingegen
Mangelware. Aus Cork kamen
gelegentlich Touristen oder
Kinder, die auf Wunsch ihrer
Eltern ihre Kenntnisse der
gälischen Sprache aufbessern
sollten. Es gibt seit 1984 auch
einen Delfin namens Fungi, der
sich einen Spaß daraus macht, in
der Bucht am Hafen mit Booten
und Menschen zu spielen. Die
Mutter von Fungi, die sich
ebenfalls vor Dingle aufhielt,
ist schon vor Jahren verstorben.
Lange Zeit war Fungi die einzige
Attraktion, die der Ort zu
bieten hatte. In dieser Gegend
sind Delfine eigentlich nicht
selten, doch die wenigsten
bleiben freiwillig in der Nähe
von Menschen. Fungi zeigt sich
ganz zuverlässig beinahe jeden
Tag. Den Namen „Fungi“ findet
man an vielen Ecken, Pubs und
Restaurants werden gerne so
genannt. Die Fischer verdienen
sich ein kleines Zubrot, indem
sie Touristen mit ihren Booten
in die Nähe des „kleinen Pilzes“
oder „Pilzchens“ bringen.
Delfine können zum Teil fast 40
Jahre alt werden, sodass Fungi
Dingle hoffentlich noch eine
Weile erhalten bleibt. Man hat
aber auch schon vorgesorgt, für
den Fall, dass Fungi eines Tages
nicht mehr sein sollte. Mara Beo,
ein sehr liebevoll aufgebautes
Aquarium, das
Erlebnismöglichkeiten mit
Pädagogik prima verbindet,
erfreut sich großen Zulaufs.
Inzwischen ist Dingle das
Zentrum der kleinen Insel,
sowohl was den Tourismus angeht,
als auch im geschäftlichen
Bereich. An festen Einwohnern
gibt es zwar nur knapp 1500 doch
die Stadt ist immer gut mit
Touristen gefüllt. Neben den
Individualtouristen hat die High
Society Dingle für sich
entdeckt. Julia Roberts und
einige Angehörige des
amerikanischen Kennedy-Clans
sollen dort unter anderem schon
gesichtet worden sein. Wem das
alles zu hektisch ist, der kann
auf die anderen Orte der
Halbinsel ausweichen, dort ist
es teilweise etwas ruhiger.
Die Halbinsel Dingle
Peninsula
Der Ring of Kerry, eines der
beliebtesten Touristenziele
Irlands, gilt mittlerweile als
viel zu überlaufen. Daher rückt
die Dingle-Halbinsel immer mehr
ins Zentrum der touristischen
Aufmerksamkeit. Die Landschaft
ist etwas zugänglicher als der
doch eher schroffe Ring of Kerry.
Ob das der 48 km langen
Halbinsel mit den hübschen
Sandstränden wirklich gut tut,
muss sich erst noch zeigen.
Dingle Peninsula - Erkundung
und Sehenswürdigkeiten
Zur Erkundung gibt es den
ausgeschilderten Fernwanderweg.
Dieser beginnt ab Tralee, einem
modernen und lebhaften Städchen,
in dem alljährlich die Wahl zur
„Rose von Tralee“ stattfindet.
Bei diesem Wettbewerb für Frauen
geht es weniger um Schönheit,
sondern eher um das Beherrschen
typisch irischer Fertigkeiten
wie zum Beispiel Tanz, Gesang
und Eloquenz. Die Gewinnerin
kann sich über hervorragende
Chancen auf dem Heiratsmarkt
freuen. Der Wettbewerb wird
inzwischen nicht nur in Tralee
abgehalten, sondern fast überall
da, wo viele Iren
zusammenkommen, natürlich auch
bei den amerikanischen Iren.
Die erste Etappe des 178 km
langen Dingle Way führt von
Tralee aus nach Camp. Von dort
aus geht es weiter über das
Gebirge hinweg. Der
O’Connor-Pass ist die mit 456 m
höchste Passstraße in ganz
Irland, die einen atemraubenden
Rundblick ermöglicht. Die
nächste Station ist dann das
Örtchen Dingle, von dort aus
kann man die Halbinsel weiter
erkunden. Von Anascaul aus lässt
sich aber auch die
Panoramastraße befahren, die am
Meer entlang an malerischen
Wiesen und Mäuerchen vorbei nach
Dingle führt.
Unbedingt ansehen sollte man
sich das Dunbeg Fort in der Nähe
von Dingle. An dieser Stelle
wirft sich der Atlantik mit
einer derartig großen Wucht
gegen die Küste, dass das Fort
aus dem Jahre 800 wohl früher
oder später ins Meer stürzen
wird. Nicht weit davon entfernt
findet sich die Fahan Group. Das
ist eine Ansammlung von
Steinhütten, die früher Mönchen
als Unterkunft dienten. Diese
Hütten werden auch beehive huts
– Bienenkorbhütten -oder
clochans genannt. Auf der Insel
gibt es allein zwischen Slea
Head und Ventry mehr als 400
dieser Hütten. Für Archäologen
ist die Insel ein magischer
Anziehungspunkt, es locken über
2000 Megalithgräber,
Bienenkorbhütten, Hochkreuze,
Oratorien, Steinkreise,
Ringforts und Ogham-Steine. Auch
Slea Head, wo sich der Legende
nach die Tochter der Sonne mit
dem Gott des Meeres vermählte,
zieht die Besucher durch die
beeindruckende Kraft des Meeres,
das gegen die Klippen prallt,
unwiderstehlich an. Doch bei
Flut oder zur Sturmzeit ist
Vorsicht geboten, dann kann es
dort ganz schön gefährlich
werden.
Von dort aus geht es weiter nach
Dunquin, wo sich Kruger’s, das
westlichste Pub Irlands,
befindet. Von Dingle oder
wahlweise auch von Dunquin aus
kann man zu den sieben Inseln,
die die Gruppe der
Blasket-Islands bilden,
übersetzen. Great Blasket, die
größte Insel der Gruppe war
jahrhundertelang bewohnt. In den
1960er Jahren drängte die
Regierung darauf, dass die
Bewohner auf das Festland
übersiedelten. Es gibt auf
dieser kargen Insel nur
verfallene Häuser und keinerlei
Unterkünfte. Die Touristen sehen
sich die Insel auch wegen der
Vogelkolonien gerne an. Von
Dunquin aus geht es über die
Örtchen Ballyferriter, wo sich
die Ruinen der alten
Klostersiedlung Riasc befinden,
und Smerwick, wo zu
Wikingerzeiten ein schwungvoller
Butter-Handel betrieben wurde
und die Grundlagen für die
berühmte irische Butter
Kerrygold gelegt wurden, zurück
nach Dingle. Die Küstenstraßen
sind zu Regenzeiten oft
überschwemmt, doch aufgrund der
engen Straßenverhältnisse ist
das Umkehren nahezu unmöglich.
Von Dingle aus geht’s weiter
Zurück zum Festland kommt man
über Inch, das vor allem wegen
seiner Naturschutzgebiete und
der malerischen Sonnenuntergänge
berühmt ist, nach Castlemaine.
Das Schloss, das die ungeheuer
malerischen Postkarten dieses
Ortes ziert, existiert schon
lange nicht mehr, zieht aber
immer noch die Touristen an. Von
dort aus erreicht man über die R
563 Killarney.
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