Galway
Galway gilt als die Metropole
der irischen Westküste und auch
als heimliche Kulturhauptstadt
der Insel. Hier wirkt Irland
noch rauh und unverbraucht. Die
alten Traditionen sind noch
lebendig und das zeigt sich
nicht nur an der Benutzung der
gälischen Sprache. Galway wächst
rapide und liegt auf Rang drei
der größten Städte Irlands
hinter Dublin und Cork.
Die Stadt liegt an der Westküste
zwischen Limerick und Derry.
Etwa 66.000 Menschen leben dort.
Galway ist das Zentrum der
Verwaltung und der Wirtschaft
des umliegenden gleichnamigen
County. Das Straßennetz um
Galway herum ist sehr gut
ausgebaut. Die Innenstadt
zwischen dem Fluss Corrib und
dem Stadt-Zentrum Eyre Square
allerdings hat noch das
mittelalterliche Straßennetz und
das bremst den Verkehr ganz
erheblich.
Die andere Seite Irlands
Sehenswürdigkeiten gibt es nicht
allzu viele, aber das ist eher
nebensächlich. Die Stadt ist
auch so beeindruckend genug. Die
kleinen alten Häuser, Pubs und
Läden eignen sich prima, um
daran vorbei zu flanieren.
Galway ist ein Ort zum Verweilen
und Wohlfühlen, aber ganz sicher
keine Touristenhochburg. Die
Stadt wird dominiert von den
Studenten. Die zweisprachige
Universität beherbergt über
10.000 Studierende. Aber auch
ansonsten ist die Stadt sehr
jung. Der Großteil der
Bevölkerung ist unter 50 Jahre
alt. Am Abend herrscht in der
Stadt noch mehr Leben als sonst,
die Musikszene in den Pubs ist
eine der bekanntesten und
beliebtesten in ganz Irland.
Aber auch tagsüber zeigt sich
Galway von seiner fröhlichen und
bunten Seite. In den Straßen
wird musiziert und man ist
offenbar sehr kälteresistent.
Auch im Herbst und Winter frönt
man dem fast mediterranen
Lebensgefühl und nimmt an den
vor den Straßencafés aufgebauten
Stühlen und Tischen Platz.
Das positive Lebensgefühl liegt
nur zum Teil an den
allgegenwärtigen Studenten.
Schon seit dem 15. und 16.
Jahrhundert, als Galway rege
Handelsbeziehungen mit
Frankreich, Spanien, Portugal
und dem Baltikum unterhielt und
dabei so richtig aufblühte,
wurde viel Wein importiert. Jede
Menge Seeleute verirrten sich
nach Galway. Zum Teil sind sie
geblieben und/oder trugen dazu
bei, den Genpool zu erweitern,
so dass die Mentalität in diesem
Teil Irlands ein wenig
südländisch geprägt ist.
Besichtigung und
Sehenswürdigkeiten
Wer Galway besucht, sollte sich
frühzeitig um Reservierungen
kümmern. Vor allem im Juli sind
die Hotelzimmer sehr knapp, denn
zu dieser Zeit finden die Galway
Races, Pferderennen, die sechs
Tage dauern, statt. Im August
lockt das Arts-Festival und im
September das Austern-Festival.
Zwei Mal die Woche finden auf
dem Greyhound Place Rennen mit
Windhunden statt.
Die kleine Innenstadt von Galway
ist recht überschaubar, daher
bewegt man sich am besten zu
Fuß. Parkplätze sind sowieso
sehr schwer zu finden. Wer nicht
auf sein Auto verzichten mag,
kommt meist nicht darum herum
ein Parkhaus anzusteuern. Das
ist relativ teuer, aber das Auto
steht sicher und die Parkzeit
ist nicht begrenzt, wie das bei
vielen anderen Parkplätzen der
Fall ist.
Der Eyre Square ist das heutige
Herz der Stadt, liegt aber nicht
in der historisch gewachsenen
Stadtmitte. Was einst eine
wunderbare Grünanlage zu Ehren
von John Fitzgerald Kennedy
umgeben von vielen interessanten
Entdeckungs- und
Einkaufsmöglichkeiten war, wurde
durch verschiedene Baumaßnahmen,
die zum Teil etwas chaotisch
abliefen, verändert und neu
gestaltet. Es gab in diesem
Zusammenhang auch den einen oder
anderen handfesten Skandal. In
den Pubs erfährt man dazu
sicherlich eine Menge. Die
Bewohner von Galway sind
Besuchern gegenüber generell
sehr aufgeschlossen. Auch am
Hafen wurde viel gebaut und
saniert.
Am Eyre Square und in den
umliegenden Straßen kann man gut
einkaufen. Das modernde Eyre
Square Center bietet alles, was
das Herz begehrt. Der Park wird
bis heute für verschiedene
Festivals und Konzerte genutzt.
In der Cross Street und in der
Quay Street findet sich die
alternative Jugendszene. Gleich
am Eyre Square ist auch die
Filiale der Bank of Ireland, die
auch die Stadtinsignien aus dem
16. Jahrhundert beherbergt. Das
Eyre Square Shopping Centre
verbindet auf gelungene Weise
Moderne mit historischen
Elementen, die alten Stadtmauern
wurden in den Bau integriert.
Nebenan ist die
Touristeninformationsstelle. In
Galway war die reiche
Kaufmannsfamilie Lynch lange
Zeit vorherrschend. Das im
gotischen Stil erbaute Lynch’s
Castle aus dem 16. Jahrhundert
sowie das Lynch Memorial bei St.
Nicholas erinnern an die
Familie. Die Kirche St. Nicholas
ist Nikolaus von St. Myra
gewidmet, der als Schutzpatron
der Seefahrer gilt. Gleich
daneben führt die Salmon Wire
Bridge über den Fluss Corrib.
Am Corrib ist noch der Spanish
Arch mit dem Galway City Museum
zu sehen. Dort werden Exponate
zur Stadtgeschichte gezeigt. Wer
den Corrib am Riverside Walk
entlang folgt, kommt zur Galway
Cathedral, die aus Kalkstein
besteht. Auch das Court House
ist dort sowie die Town Hall,
die heute als Theater dient.
Westlich von Galway befindet
sich der Badeort Salthill.
Ursprünglich war Salthill
unabhängig, aber mittlerweile
wurde es als Vorort an Galway
angegliedert. Der Sandstrand mit
der breiten Uferpromenade findet
bei Touristen und Bewohner regen
Anklang. Der Fremdenverkehr in
Salthill hat merklich
zugenommen. Hier gibt es auch
viele Hotels und Bed &
Breakfasts. Vor allem im Sommer
herrscht in Salthill reger
Betrieb.
Beliebtestes Mitbringsel aus
Galway ist übrigens der
Claddagh-Ring, das traditionelle
Schmuckstück der Frauen und
Männer der Umgebung. Mit dem
Ring kann man entweder Liebe und
Verbundenheit zum Partner
signalisieren oder auch, dass
man noch nach einer Heimat für
das eigene Herz sucht.
Von Galway aus geht’s weiter
Die Busverbindungen sind mehr
als ausreichend, sodass man von
Galway aus gut weiterreisen
kann.
Connemara, das Hinterland von
Galway, ist eine der schönsten
Gegenden Irlands. Mit seinem
kargen Ambiente, den Hügeln,
Bergen, Seen und sogar Mooren
ist es nicht nur für Touristen
anziehend. Die ansonsten grüne
Insel zeigt sich hier von einer
ganz anderen Seite. Das Grün
wird vom Braun der Moore und der
Hügel und von den Schatten der
grauen Berge überlagert. Der
englischen Besatzungsmacht war
das Land seit jeher suspekt.
Gesetzlose und Schmugglerbanden
und auch IRA-Anhänger waren dort
sesshaft. Oliver Cromwell hatte
im 17. Jahrhundert viele Iren
nach Connemara vertreiben
lassen. Die Landschaft mag
unglaublich schön sein, aber das
hat auch seine Schattenseiten.
Das felsige Land eignet sich
nicht für die Landwirtschaft.
Daher war die Schafzucht lange
das Einzige, was die Bewohner
überleben ließ. Die Armut war
ständiger Gast in diesem Teil
Irlands. Die Gegend wird heute
zunehmend durch die Erschließung
zerstört. Ein Teil von Connemara
ist nun zum Nationalpark
umgewandelt worden, um die
ursprüngliche Natur zu erhalten.
Bis heute wird in dieser
Gaeltacht-Gegend Gälisch, also
Irisch gesprochen.
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