Kartoffeln und Gemüse in der
Irischen Küche
Kartoffeln – keiner isst
soviel davon wie die Iren
Die Iren sind in Europa die
führenden Kartoffel-Konsumenten.
Umgangssprachlich werden
Potatoes oft auch Spuds genannt.
Der Legende nach wurde die
Kartoffel von Sir Walter Raleigh
nach Irland gebracht. Dieser
gründete 1585 in Virginia
Englands erste amerikanische
Kolonie. Von da an war der
Siegeszug der Kartoffel als
Grundnahrungsmittel in Irland
nicht mehr zu stoppen. Die Iren
verzehren rund sechs Mal so
viele Kartoffeln wie die
Amerikaner.
Die irischen Kartoffeln sind
überwiegend sehr mehlig und
nicht festkochend. Daher eignen
sie sich nicht für die
Zubereitung von Salzkartoffeln,
aber umso besser für manch
anderes Gericht. Pellkartoffeln,
Jacket Potatoes, erfreuen sich
dennoch großen Zuspruchs.
Die Kartoffel ist aber längst
nicht mehr das
Hauptnahrungsmittel der Iren.
Vergessen wurde sie aber
keineswegs. Sie wird immer noch
und wieder gerne in allen
möglichen Zubereitungsarten auf
den Tisch gebracht. Zum Lamm
werden gelegentlich Kartoffeln
auf zweierlei Zubereitungsarten
miteinander serviert. Beliebt
sind Kartoffelchips, auch Crisps
genannt. Die Iren bevorzugen die
Marke „Tayto“ mit viel Salz und
Essiggeschmack. Chips, also
Pommes Frites, gibt es – und das
ist wirklich eine
gewöhnungsbedürftige irische
Eigenart - zu fast allen
Gerichten. Gebratenes
Kartoffelbrot wird ebenfalls
gerne gegessen, genauso wie der
mit viel Mayonnaise zubereitete
matschige Kartoffelsalat. Boxty
oder Kartoffelpuffer sind eine
beliebte Beilage, die zum Teil
gefüllt werden. Irischer
Kartoffelbrei, Colcannon, wird
mit gedünstetem Weißkohl und
Frühlingszwiebeln, die meist
eher mild im Geschmack sind,
serviert. In Irland zählt man
die Kartoffeln meist zum Gemüse,
das kann zu Missverständnissen
bei der Bestellung führen.
Gemüse - meist matschig und
zerkocht
Gemüse gilt international als
der absolute Tiefpunkt der
irischen Küche. Bislang hat das
Gemüse die Versuche, die irische
Küche etwas zu verfeinern,
unbeeindruckt überstanden. Die
Iren scheinen davon auszugehen,
dass Gemüse stets solange
gekocht werden muss, bis es von
mehr oder weniger matschiger
Konsistenz ist. In den gehobenen
Restaurants serviert man das
Gemüse mit etwas mehr
Bissfestigkeit.
Eine typische Gemüsesorte ist
Cabbage, eine in Irland übliche
Weißkohlart. Diese wird gekocht
oder gedünstet. Parsnips oder
Pastinaken sind ebenfalls sehr
verbreitet, der Geschmack ist
aber gewöhnungsbedürftig.
Erbsen, Karotten und weiße
Rüben, Turnips, gehören zum
Standard auf der Gemüsepalette.
Brokkoli oder sogar exotischere
Gemüsesorten sind nun auch
häufiger zu finden, vor allem in
den feineren Restaurants.
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