Pubs in Irland
Die Pubs – verlängertes
Wohnzimmer der Iren
Wer Irland besucht, ohne
wenigstens zwei oder drei Pubs
von innen gesehen zu haben, der
kann nicht behaupten, überhaupt
dort gewesen zu sein. Pubs und
Irland gehören untrennbar
zusammen. Pub heißt eigentlich
so viel wie „public place“, also
öffentlicher Platz. Jedes noch
so kleine Dorf in Irland hat
einen eigenen Pub. Pubs sind
keine gewöhnlichen Kneipen, auch
wenn das Hauptanliegen der Pubs,
Geselligkeit und der Ausschank
von Alkohol, natürlich
vergleichbar ist. In den
angelsächsischen Ländern sind
die Pubs sozusagen das
verlängerte Wohnzimmer der
Bevölkerung.
Der Pub dient den
Iren aller sozialen Schichten
und Altersstufen, Kinder
natürlich ausgenommen, als
Treffpunkt zum Reden, Musizieren
und Trinken. Die Pubs
unterteilen sich in einen
Schrankraum bzw. Bar und eine
Lounge, in der gemütlich
getrunken wird. Diese Trennung
stammt noch aus der Zeit, in der
Pubs ausschließlich von Männern
besucht wurden. Ursprünglich gab
es nur den Schrankraum. Die
Lounges sind eine Erfindung der
jüngeren Zeit. Es gibt keinen
Tischservice. Die Getränke holt
man sich an der Bar und bezahlt
sofort. Es ist üblich, Runden
auszugeben und sich natürlich
auch für erhaltene Runden zu
bedanken und zu revanchieren.
In Pubs gibt es oft auch
Livemusik. In diesem Fall gilt:
Solange musiziert wird, ist eher
Schweigen bei den Gästen
angesagt. In den Singing Pubs
mit Live Musik wird das Programm
jeweils ausgehängt. In der Vor-
und Nachsaison ist das
musikalische Angebot meist nicht
so ergiebig. Ein beliebter
Zeitvertreib in den irischen
Pubs ist auch das Spielen von
Dart, meist wird hier die
Variante
Steeldart gespielt.
Von Montag bis Mittwoch haben
die Pubs meist ab 10.30 bis
23.30 Uhr geöffnet. Von
Donnerstag bis Samstag ist bis
0.30 Uhr geöffnet. Am Sonntag
kann von 12.30 bis 23.30 Uhr im
Pub gesessen werden. Die
Mittagspause wurde bereits 1999
abgeschafft. In Nordirland sind
die Öffnungszeiten der Pubs
gelegentlich abweichend. Von
Montag bis Samstag kann man von
11.30 bis 23 Uhr ins Pub gehen,
am Sonntag von 12.30 bis 14 Uhr
und dann wieder von 19 bis 22
Uhr.
Eine halbe Stunde vor der
Schließung, also der
Polizeistunde, wird mittels
einer Glocke oder einem lauten
Ruf, die letzte Runde, last
order genannt, angekündigt.
Danach kann man in Ruhe
austrinken oder noch einmal ein
Bier bestellen, bevor man nach
Hause geht. Es gibt auch
Kampftrinker, die zur last order
noch drei Gläser nachbestellen
und tatsächlich auch austrinken.
Pubs sind oft auch gleichzeitig
Banken. Man kann beim Wirt
durchaus Schecks einlösen.
Das alkoholische Angebot
Neben Bier und Whiskey gibt es
natürlich noch andere
alkoholische Genüsse. Probieren
sollte man unbedingt Cider, den
irischen Apfelwein. Der
Alkoholgehalt liegt aber über
dem von irischem Bier. Bulmer’s
ist die am weitesten verbreitete
Marke, diese wird auch in den
Pubs ausgeschenkt. Baileys, den
leckeren irischen Sahnelikör,
kennt man auch hierzulande, aber
auf der grünen Insel schmeckt er
noch viel besser. Zum Aufwärmen
eignet sich neben Irish Coffee
auch der Kräuterlikör Irish
Mist. Damen bevorzugen meist
Baileys oder auch Gin&Tonic.
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