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Sligo
Sligo – Metropole im
Miniaturformat
In und um Sligo liegen Kultur,
Sandstrände, Bergland, Seen,
Schlösser und prähistorische
Bauten eng beieinander. Der
Seehafen von Sligo ist durchaus
auch einen Blick wert.
Literaturfans sind in Sligo
ebenfalls gut aufgehoben.
In Sligo nennt man die Stadt das
„Tor zum Nordwesten“. Die darin
mitschwingende Andeutung, dass
die Stadt außer einer guten
Verkehrsanbindung eigentlich
nichts zu bieten hätte und nur
eine Station auf der Durchfahrt
sei, entspricht nicht ganz der
Wahrheit. Sligo hat als größte
Stadt im Nordwesten Irlands mit
19.000 Einwohnern durchaus
einiges zu bieten. Die
Lebensmittelindustrie sowie die
Textilindustrie machten die
Stadt außerdem zu einem
wichtigen ökonomischen Zentrum.
In und um Sligo wird und wurde
in den letzten Jahren viel
gebaut. Die Stadtsanierung tut
Sligo wirklich gut, die Stadt
blüht auf. Der Besucher kann
sich mit eigenen Augen davon
überzeugen, dass die Stadtplaner
von Sligo ihr Handwerk
verstehen. Derzeitig entstehen
neue Hotels, Parkplätze,
Einkaufszentren und natürlich
auch neue Siedlungen, diese
werden vor allem am Stadtrand
errichtet.
Ganz in der Nähe befinden sich
wunderschöne Küstenorte. Der
Kalkstein-Tafelberg Ben Bulben
mit einer Höhe von 527 Metern
überragt die Stadt. Der Ben
Bulben ist von fern sichtbar und
beeindruckt nicht nur durch
seine Höhe, sondern auch durch
seine markante Form mit dem
sanften Anstieg und dem flachen
Gipfelplateau. Der Sage nach
dient er den Feen als
nächtlicher Ruheplatz.
Heutzutage ist der Benbulben der
Wegweiser in Richtung Yeats’
Country.
Sligo - Yeats’ Country
Der Dichter William Butler Yeats,
der sogar mit dem
Literaturnobelpreis geehrt
wurde, hat die Gegend um Sligo
in seinen Gedichten oft erwähnt
oder sogar mythisch verklärt und
mit sehr viel Sprachmagie
beschrieben. Er kehrte im Laufe
seines Lebens immer wieder in
diese Region zurück. Man hält
sein Andenken in Ehren und
seinen Namen liest man oft als
Straßennamen oder sogar als Name
für Restaurants, Plätze oder
Gebäude.
Die Yeats Sommer School widmet
dem Dichter Vorlesungen und
Vorträge. In Galerien und Museen
werden die Bilder von Vater John
Butler und Bruder Jack Butler
ausgestellt. Der kleine Ort
Drumcliff in der Nähe von Sligo,
wo Yeats seine letzte Ruhestätte
fand, ist eine regelrechte
Pilgerstätte für Liebhaber
seiner Verse.
In Sligo legt man generell viel
wert auf Kunst und Kultur. Es
gibt mehrere Galerien und
Theater. Die Musikszene ist
ebenfalls sehr aktiv und
lebendig. Diese Liebe zur Kultur
ist sicherlich auch aufgrund der
Präsenz der Familie Yeats, die
die Bewohner von Sligo für
Feingeistiges sensibilisiert
hat, zurückzuführen.
Sligo -
Sehenswürdigkeiten und
Besichtigung
Binnen einer Stunde kann man
sich zu Fuß einen guten Eindruck
von Sligo verschaffen. Da die
Straßen eng sind, ist die
Durchfahrt mit dem Auto sowieso
nicht so einfach. Der
Spaziergang beginnt an der
Tourist Office in der Temple
Street, hier erhält man
Informationen und Tipps zu den
Sehenswürdigkeiten. Von dort aus
geht es weiter zur Cathedral of
Immaculate Conception aus dem
Jahr 1874 mit wunderschönen
Buntglasfenstern und zur St.
John’s Cathedral aus dem Jahr
1730. Der verantwortliche
Architekt war übrigens der
Deutsche Richard Cassels. Zum
Fluss Garavogue ist es von dort
aus nicht mehr weit. Am Fluss
seht das Yeats Memorial Building,
das ursprünglich eine Bank war.
Dahinter sieht man Yeats in
Dandy-Pose als Statue verewigt.
Das County Museum mit einer
wirklich lohnenden Yeats
Ausstellung liegt ganz in der
Nähe. Über die Bridge Street
kommt man zurück zum Garavogue
und dann zur Abbey Street mit
der Sligo Abbey, dem ältesten
Gebäude der Stadt, das 1252 für
den Orden der Dominikaner erbaut
wurde. Seit dem 18. Jahrhundert
leben dort keine Mönche mehr.
Die Lady Erin Statue liegt
ebenfalls sehr zentral. Sie
erinnert an den Aufstand gegen
die Engländer, der im Jahre 1798
scheiterte.
Das Nachtleben spielt sich
hauptsächlich im Zentrum ab,
sodass man sich tagsüber schon
einmal ein wenig umsehen kann
und vielleicht schon das eine
oder andere nette Pub entdeckt,
das man am Abend besuchen
möchte. Die Zeit bis zum Abend
kann man sich mit Einkaufen
vertreiben. Im Zentrum locken
viele kleinere und größere
Geschäfte. Nach dem
Einkaufsbummel gelangt man am
Courthouse aus dem Jahre 1878
vorbei zurück zum Ausgangspunkt.
Von Sligo aus geht’s weiter
Von Sligo aus kann man prima
Ausflüge in die Umgebung
unternehmen. Fahrrad- und
Wandertouren bieten sich
ebenfalls an. An der Westküste
entlang Richtung Norden ist die
Landschaft besonders reizvoll.
Die Fahrt führt über Drumcliff,
wo das Grab von Yeats liegt, zum
Landsitz Lissadell House. „Cast
a cold eye on life, on death,
Horseman pass by“ lautet der
Grabspruch, den Yeats selbst
erdacht hat.
Auf der Weiterfahrt in Richtung
Donegal erreicht man den
Erholungsort Mullaghmore mit
beliebten Stränden, das Seebad
Bundoran und die kleine
Hafenstadt Ballyshannon.
Westlich der Stadt Sligo
erstreckt sich der See Lough
Gill mit dem Parke’s Castle. Die
Lough Gill Loop ist eine
ausgeschilderte Fahrradroute,
die etwa 40 Kilometer lang ist
und rund um den See und auch
durch die angrenzenden Wäldchen
Slish Wood und Hazelwood führt.
Auch Yeats hielt sich gerne und
oft am See Lough Gill und der
Insel Inishfree auf. Von
Riverside aus verkehren mehrmals
am Tag Schiffe auf dem See. Wer
mit Yeats nicht viel anfangen
kann, sollte auf diese
Schiffsfahrten lieber
verzichten, denn hier ist Yeats
wirklich allgegenwärtig. Es
findet sich eigentlich immer
jemand, der eines seiner Werke
rezitiert. Alternativ zur
Literatur kann man sich in der
Gegend um Sligo der Besichtigung
von prähistorischen Fundorten
widmen. In Carrowmore lag einst
der größte megalithische
Friedhof Irlands. Leider ist
nicht viel davon übrig
geblieben. (Hobby-) Archäologen
können trotzdem jede Menge
Interessantes finden. Über
Carrowmore erhebt sich der Hügel
Knocknarea, auf dem der Sage
nach das Grab der legendären
Königin Maeve liegt.
Im Norden von Sligo liegt der
Glencar Lake mit einem
beeindruckenden 15 Meter hohen
Wasserfall. Im Westen befinden
sich gleich zwei Seebäder.
Strandhill und Rosses Point
erstrecken sich jeweils über
eine eigene winzige Insel.
Strandhill bietet als irische
Spezialität der anderen Art ein
Seetangbad an. Das ist im Grunde
genommen eine Art
Thalassotherapie, allerdings
wird diese in Strandhill recht
einfach gestaltet. Die
entspannende Wirkung hängt ja
vom Seetang ab und nicht von der
modischen Gestaltung. Ein Besuch
im Celtic Seaweed Baths ist eine
gute Gelegenheit, die heilende
bzw. reinigende Wirkung von
warmen Meerwasser und frischen
Algen einmal selbst
auszuprobieren. Nicht nur nach
einer feucht-fröhlichen Nacht in
den Pubs wird man die Therapie
mit Seetang zu schätzen wissen.
Wer die Geselligkeit der
Einsamkeit vorzieht, ist an der
Strecke von Sligo Bay bis hinaus
nach Süd-Donegal an den vielen
schönen Badestränden gut
aufgehoben.
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