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Waterford
Edles Kristallglas aus
Waterford
Die Industrie- und Hafenstadt
mit ca. 45.000 Einwohnern, die
in der Nähe von Wexford im
Südosten Irlands liegt, ist für
eine Sache ganz besonders
berühmt und sogar über die
Grenzen Irlands hinaus bekannt
und das ist das Waterford
Crystal. Das Kristallglas ist
ein unglaublicher
Publikumsmagnet. Die Fabrik gilt
als die weltgrößte ihrer Art.
Besichtigung der Waterford
Crystal
Wer sich dafür interessiert,
sollte von Waterford aus die
kurze Strecke von nur wenigen
Kilometern nach Kilbarry fahren.
Dort befindet sich die Fabrik
und das Waterford Crystal
Visitors Centre. Werksführungen,
bei denen man den vollständigen
Produktionsablauf beobachten
kann, sind ebenfalls möglich.
Sie finden mehrmals täglich
statt. Wer von Waterford aus zur
Fabrik fährt, hat die
Möglichkeit, sich vorher in der
Tourist Information die genauen
Zeiten geben zu lassen. In der
Crystal Gallery sind all die
Dinge ausgestellt, die sich ein
normaler Besucher wohl niemals
leisten kann: Kronleuchter,
Vasen, Nippes, Schmuck –
selbstverständlich alles vom
Feinsten. Vor Ort kann man sich
auch im Rahmen einer Ausstellung
bis ins Detail informieren und
natürlich Souvenirs erstehen.
Alle Stücke aus Waterford sind
schön, aber nicht alle davon
sind unerschwinglich teuer.
Historische Entwicklung der
Waterford Crystal
Die Firma Waterford Crystal ist
eines der vielen Beispiele
dafür, wie sehr die englischen
Besatzer dem Land und der
industriellen Entwicklung
geschadet haben. Die Fabrik
bestand von 1783 bis 1851.
Gegründet wurde sie von den
Brüdern Penrose. Diese setzten
eine Anzeige in die Dublin
Evening Post, eines der wenigen
Werbemittel, die den
Gewerbetreibenden damals zur
Verfügung standen. Aber die
Werbewirkung würde wohl einige
Werbefachleute der heutigen Zeit
sehr neidisch machen.
Die Nachfrage war groß und
Waterford Crystal wuchs und
gedieh. Im 18. und 19.
Jahrhundert blühte die
Glasindustrie. Pokale,
handgeschliffene und sogar
mundgeblasene Kristallgläser
sowie Karaffen aus Waterford
waren global geschätzte Güter.
Die Kristallgläser der Jahre
1780 bis 1810 gelten als
besonders kostbar. Die Fabrik in
Waterford musste 1851 wegen der
hohen Steuerabgaben an die
Besatzungsmacht geschlossen
werden. Trotz der gut gefüllten
Auftragsbücher konnten die
Besitzer der Firma die irrsinnig
hohen Steuerabgaben, vor allem
die Steuern für den Export und
die Einfuhrzölle schlugen
kräftig zu Buche, nicht mehr
aufbringen. Verursacht wurde das
von der englischen
Glasindustrie. In England war
man schlichtweg neidisch auf den
Erfolg der irischen Kollegen und
trachtete danach die unliebsame
Konkurrenz auszuschalten. Die
englische Regierung unterstützte
die heimische Glasindustrie
natürlich überaus bereitwillig.
Die Erfolgsstory geht weiter
Die Neugründung erfolgte im
Jahre 1947. Die Rückbesinnung
auf die alte Tradition des
Glasmachergewerbes hatte einen
durchschlagenden Erfolg. Das
liegt vielleicht auch daran,
dass man Spezialisten aus aller
Welt kommen ließ, um die
einheimischen Arbeiter gründlich
auszubilden. Außerdem war der
hervorragende Ruf des Glases aus
Waterford noch nicht vergessen.
Daher konnte sich die Fabrik
rasch wieder etablieren.
Mittlerweile sind in der
Waterford Crystal und in ihren
beiden Zweigstellen insgesamt
4.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Nach wie vor wird der Großteil
des Kristallglases exportiert.
Vor allem die Reichen in den USA
schmücken ihre Tische und
Vitrinen gerne mit Glas aus
Waterford, aber auch die
Nachfrage bei ausgewanderten
Iren ist groß. Schließlich kann
man sich damit ein Stück Heimat
erkaufen. Der
irische Whiskey,
der in Amerika ebenfalls beliebt
ist, schmeckt aus
Kristallgläsern aus Waterford
sicher doppelt so gut.
Jedes dieser kostbaren Stücke
aus Waterford wird am Ende des
Herstellungsprozesses am Boden
mit der Signatur des
herstellenden Arbeiters, man
könnte auch sagen, des
verantwortlichen Künstlers,
gekennzeichnet und dazu wird
natürlich auch das Zeichen für
Waterford angebracht. Zusätzlich
zu den traditionellen
geschliffenen Kristallgläsern,
die das Licht auf unnachahmliche
Weise brechen, hat man sich dem
Zeitgeist geöffnet und in
Zusammenarbeit mit dem namhaften
Designer John Rocha eine moderne
Serie aus glattem Kristall
entworfen.
Wissenswertes zu Waterford
Die Stadt gehört zur
Gaeltacht-Gegend. Rund um
Waterford wird also zum Teil
noch Irisch oder Gälisch
gesprochen. Gälisch ist als
Bezeichnung eigentlich nicht
korrekt, hat sich aber allgemein
durchgesetzt. Irisch ist
offiziell neben Englisch die
zweite Landessprache.
Ursprünglich befand sich an
diesem Ort eine Siedlung der
Wikinger, die sich jeweils nach
ihren Raubzügen hierher in das
geschützte Hinterland
zurückzogen. Davon sieht man
heute natürlich nichts mehr. In
unserer Zeit ist Waterford einer
der wichtigsten
Industriestandorte der Region.
Waterford verfügt nicht über
allzu viele Sehenswürdigkeiten,
abgesehen von der
Kristallglasfabrik. Der Reginald
Tower aus dem Jahr 1003, der von
den Normannen über Jahrhunderte
hinweg als Münzanstalt und sogar
als Gefängnis benutzt wurde, ist
immer einen Besuch wert.
Rathaus, Christ Church Cathedral
und St. Olaf’s Church stammen
jeweils aus dem 18. Jahrhundert.
13 Kilometer südlich von
Waterford liegt Tramore, ein
beliebter Ferienort der Iren und
auch der Briten, in dem im
Sommer jede Menge geboten ist.
Der rund vier Kilometer lange
Sandstrand ist dabei nur eine
der Hauptattraktionen.
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